Die Geschichte des TECHNION

Die Gründung des TECHNION, der ältesten Hochschule Israels, geht maßgeblich auf die Initiative deutscher Juden in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurück. Diese Initiative wurde von der Politik des Deutschen Reiches unter Kaiser Wilhelm II. im Interesse einer Festigung deutschen Einflusses im Nahen Osten (im damaligen Osmanischen Reich) unterstützt. Dr. Paul Nathan, der Geschäftsführer des "Hilfsvereins der deutschen Juden" in Berlin, ist als der Gründer des zunächst "Technikum" genannten TECHNION in Haifa anzusehen, denn auf seinen Vorschlag nach einem Besuch in der türkischen Provinz im Jahre 1907 ist die Gründung zurückzuführen.

Mit dem Bau des ersten TECHNION-Gebäudes (heute das Technische Museum im Stadtzentrum von Haifa) im orientalischen Stil wurde nach Plänen des Berliner Architekten Alexander Baerwald vor dem ersten Weltkrieg begonnen; 1914 war der Rohbau fast fertiggestellt, als die Bauarbeiten wegen des Krieges zum Erliegen kamen. Der Bau diente verschiedenen Zwecken, zunächst der türkischen, dann der britischen Armee.

Erst 1922 konnten die Bauarbeiten mit Spendenmitteln fortgesetzt werden, und am 14. Dezember 1924 konnten die eigentlichen Hochschulkurse beginnen.

Zur Gründungszeit vor dem ersten Weltkrieg war geplant, den Unterricht in deutscher Sprache (der damals führenden Wissenschaftssprache) durchzuführen, zumal viele der ersten Professoren (u.a. Georg Schlesinger, Maschinenbauer von der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg) aus Deutschland kamen. Nach einem sogenannten "Sprachenstreit" setzte sich dann aber bis zur Eröffnung der Hochschule nach dem ersten Weltkrieg die zionistische Bewegung durch, und Hebräisch wurde Unterrichtssprache.

Schon 1923 entstand in Deutschland ein "Deutsches Komitee für das Technische Institut in Haifa". Albert Einstein, der 1923 dort gewesen war und im Garten des TECHNION zwei Palmen gepflanzt hatte, wurde der Vorsitzende dieser ältesten TECHNION-Gesellschaft der Welt. Sie musste allerdings 1933 ihre Arbeit einstellen.

1982 wurde sie in Hannover von Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Eduard Pestel (bis 1981 Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kunst, zuvor Professor für Mechanik und Rektor der Technischen Universität Hannover) und Ministerialdirigent Dr. jur. Christian Hodler (Hochschulabteilungsleiter im niedersächsischen Ministerium) als "Deutsche TECHNION-Gesellschaft" wiedergegründet. Gründungsmitglieder waren 30 von Prof. Pestel eingeladene Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in der Bundesrepublik Deutschland.

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